So läuft das mit dem Impfen: Bisher 706 Personen geimpft, zwei Drittel Bewohner, ein Drittel Personal

Diese junge Dame, von der wir annehmen, das sie in einem Pflegeheim arbeitet, ist zuversichtlich, dass die Injektion ihren Zweck erfüllt

Nichts erregt die Gemüter in den Kommentaren mehr als die Frage, wie gut oder schlecht das Impfprogramm organisiert ist. Um mitreden zu können, ist es natürlich hilfreich, die Fakten zu kennen. Hier sind sie:

3800 Bewohner in Pflegeheimen und genauso viele Mitarbeiter in insgesamt 74 Einrichtungen hatte der Kreis Kleve für die erste Phase des Impfprogramms gemeldet. Macht in Summe 7600 Menschen, die in ihrer jeweiligen Einrichtung Besuch von einem mobilen Impfteam erhalten (und nach derzeitigem Stand 14 Tage darauf noch einmal, weil ja zwei Injektionen erforderlich sind).

Das Programm lief am 27. Dezember an, und bisher wurden 706 Menschen in fünf Einrichtungen des Kreises Kleve geimpft (Stand 5. Januar). Das heißt: Innerhalb von zehn Tagen (alle Tage seit dem 27. Dezember eingerechnet) gab es fünf Impfeinsätze im Kreisgebiet. Klingt nach nicht viel, aber natürlich kann nur soviel verimpft werden, wie überhaupt verfügbar ist.

Wer lässt sich impfen? Klar ist: Die Impfung ist freiwillig, und bei Personen, die unter Betreuung stehen, ist die Einwilligung des Betreuers erforderlich. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo), die die Impfungen durchführt, kann jedoch nicht sagen, wie hoch die Quote der geimpften Personen ist. Ihr wird lediglich von den Einrichtungen der Bedarf gemeldet. Der einzige Anhaltspunkt, der geeignet ist, eine halbwegs zuverlässige Aussage zu treffen, ist die von der KVNo gemeldete Quote, dass die Impfungen sich zu zwei Dritteln auf die Bewohner und zu einem Drittel auf das Personal verteilen. Theoretisch müsste das Verhältnis halbe-halbe sein, da in den Einrichtungen ebenso viele Senioren wie Mitarbeiter gemeldet sind.

Zu hören ist zudem von Ärzten, dass die Vorbereitungen in den Heimen mitunter suboptimal abgelaufen sind. Beispielsweise fehlten Genehmigungen für die Personen, die unter Betreuung stehen. Dabei war eigentlich genügend Zeit, die Einwilligung vorab einzuholen. Fehlt diese, dürfen Ärzte nicht impfen.

Grundsätzlich ist folgender Ablauf vorgesehen: Die Heime melden sich zunächst „impfbereit“, was bedeutet, dass bestimmte logistische Voraussetzungen erfüllt sind. Zugleich wird der Bedarf an Impfdosen übermittelt. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein bestellt diese dann beim Gesundheitsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und organisiert die Impfung mit Team X am Impftag Y. Dieser Tag wiederum wird dem Gesundheitsministerium mitgeteilt, welches dann über ein Logistikunternehmen passgenau an diesem Tag den Impfstoff in das Heim liefern lässt.

Derzeit werden Termine rund eine Woche im Voraus geplant. Die nächste größere Impfstofflieferung für NRW ist für den 8. Januar angekündigt, also bereits in zwei Tagen. Die Impfungen in den Heimen sollen laut Medienberichten Mitte Februar abgeschlossen sein. Das Impfzentrum des Kreises Kleve im Wunderland soll nach derzeitigen Planungen Anfang Februar seinen Betrieb aufnehmen, über den Start der Terminvergabe wird noch informiert.

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